Der Traditionsverein im Wandel

Mit dem Sportheim wurden 1983 alle funktionalen und gesellschaftlichen Anforderungen erfüllt.

Serie „100 Jahre FC Teisbach e. V.“

Vierter Teil der Vereinsgeschichte zum 100-jährigen Bestehen des Fußballclubs Teisbach

Die 1980er und -90er Jahre sollten für den bisher reinen Fußballverein zukunftssichernde Veränderungen hinsichtlich seiner Vereinsanlagen und dem sportlichem Angebot für seine Mitglieder bringen.

Helmut Krohn, 1. Vorstand bis 1979, hatte mit seinem Team wichtige Voraussetzungen in punkto Eigenkapital und Vereinsrecht für das große Ziel, den Bau eines Sportheims, geschaffen. Nun lag es an der neugewählten Vorstandschaft um die Vorstände Hubert Schicker und Rudi Sperka das Vorhaben auch zu erreichen, wobei es noch einige Hürden zu überwinden galt. So stellte sich, wie bei jedem Bauvorhaben, als erstes die Grundstücksfrage. Der Sportplatz ist seit Gründung des Vereins von der Pfarrpfründestiftung Loiching gepachtet. Die ehemalige Marktgemeinde Teisbach ist seit 1972 der Stadt Dingolfing eingemeindet. Mit dem Erwerb eines Grundstücks westlich des Sportplatzes bis zur Kupfersteinstraße schuf die Stadt Planungssicherheit für das Sportheim, Tennisplätze und einen Parkplatz. Mit einem Eigenkapital von 50.000.- DM und einer Zuschusserwartung von weiteren 100.000,- DM begannen im Herbst 1980 die Bauarbeiten. Ein höchst ereignisreiches Jahr für den FCT mit vielen Planungen und Vorbereitungen, denn es war neben dem Bauausschuss auch ein Festausschuss für das anstehende 60-jährige Gründungsfest aktiv. Noch im selben Jahr wurden auch die Sparten Damengymnastik und Tischtennis gegründet, nachdem das Interesse hierzu groß war und die Stadt Dingolfing mit der Fertigstellung der Mehrzweckhalle auch die Voraussetzungen geschaffen hatte. Die Gründung der Sparte Tennis sollte 1982 folgen. Sehr bemerkenswert ist, dass Josef Erl seither als Spartenleiter Tischtennis sehr erfolgreich tätig ist. Der 40-jährigen Entwicklung der Sparten innerhalb des FC Teisbach wird noch ein eigener Bericht gewidmet.

Zum Jubiläum 1981 erinnerten die Redner an den Mut, den Optimismus, die Tatkraft und die Erfolge der Verantwortlichen trotz oft schwieriger Zeiten in der 60-jährigen Vereinsgeschichte. Mit Thomas Fischer, Georg Horn, Ludwig und Hans Höfelschweiger, Wolfgang Prieglmeier und Jakob Angerstorfer konnten noch sechs Gründungsmitglieder ein Wiedersehen feiern. Bezeichnend für den Ursprung des FCT stammten fünf der damals noch lebenden sechs Gründungsmitglieder aus Schönbühl.

In sportlicher Hinsicht erreichte man mit Trainer Franz Forstner in der Saison 1981/82 die C-Klassenmeisterschaft. Wobei Spieler und Zuschauer bei einer spontanen Siegesfeier im Rohbau des Sportheims das Gebäude schon mal dem ersten „Belastungstest“ unterzogen.

Der Traum wurde Wirklichkeit

Nach 3-jähriger Bauzeit unter der Leitung von Alois Trübenbach wurde das Sportheim am Erlenweg am 04. Sept. 1983 unter großer Beteiligung der Öffentlichkeit feierlich eingeweiht. Vorstand Hubert Schicker sprach von der Verwirklichung eines Traums. Diese große Herausforderung konnte nur mit einer Gemeinschaftsleistung bewältigt werden. Besonders die in der benachbarten Siedlung wohnenden Baufachleute waren für das gelungene Werk eine große Unterstützung. Georg Mühlbauer, der die Arbeitseinsätze organisierte, zählte insgesamt 5.925 freiwillige Arbeitsstunden von Mitgliedern und Unterstützern. Zur Finanzierung der Gesamtmaßnahme wurden wirklich alle Register gezogen. Das Lotto-Gewinnspiel, durchgeführt von Ehrenmitglied Rolf Asbach, brachte 4.000.- DM. Bezirksspielleiter Georg Huber organisierte ein Auswahlspiel gegen die „Vögtlinge“. Die Spendenbereitschaft der Bevölkerung erbrachte stolze 9.000,- Mark bei einer Haussammlung und Vorstand Schicker wurde nochmal erfolgreich vorstellig bei der Stadt Dingolfing. Letztlich bürgten Ehrenvorstand Ludwig Meindl und der engste Kreis der Vorstandsmitglieder mit ihrem Privatvermögen für eine Zwischenfinanzierung bis zur endgültigen Zuteilung des Staatszuschusses durch den BLSV.

Als erste und langjährige Pächterin der Gastronomie im Sportheim konnte Elisabeth Wieselsberger gewonnen werden und das Sportheim wurde für viele Stammgäste zur zweiten Heimat. Das Gasthaus Bachmeier blieb das Vereinslokal und wurde zu den Kameradschaftsabenden nach Auswärtsspielen weiterhin gerne besucht.

Nie mehr unterste Liga!“

Das neue Vorstandsduo Georg Mühlbauer und Franz Harlander übernahm 1985 für die folgenden zwölf Jahre die Verantwortung für den FCT, wobei Harlander nach vier Jahren den Vorsitz übernahm. Sportlich war man leider 1984 wieder in der C-Klasse angekommen. Jugend- und Reservemannschaften errangen mehrmals Meisterschaften, doch der Aufstieg in die B-Klasse blieb aus. Dies sollte sich erst in der Saison 1990/91, jedoch rechtzeitig zum 70-jährigen Jubiläum, ändern. Vorstand Harlander und Fußball-Spartenleiter Helmut Angerstorfer gelang es mit Helmut Lunz einen Bayernligaspieler als Spielertrainer zu verpflichten. Lunz hatte auf dem Spielfeld selbst großen Anteil an der souverän gewonnenen Meisterschaft. Nach vorderen Plätzen in der B-Klasse scheiterte man 1994 und 1995 als Vizemeister denkbar knapp in der Relegation um den Kreisliga-Aufstieg. Festzuhalten ist jedoch, dass Trainer „Biwi“ Lunz sein Amt über sieben Jahre inne hatte und die 1. Mannschaft des FCT seit 1991 nicht mehr in die unterste Spielklasse zurückkehren musste.

Zum gut organisierten Jubiläum folgten die aktiven und langjährigen Mitglieder, die Ortsvereine und die Ehrengäste der Einladung des Vereins. Chronist Georg Wieselsberger verfasste die Festschrift. Die Vorstände besuchten voller Respekt das letzte noch lebende Gründungsmitglied Ludwig Höfelschweiger, der hochbetagt und schon sehr schwach war.

Zukunftsfähige Strukturen

Der Gesamtverein konnte mit der positiven Entwicklung in den Sparten und der Gründung weiterer Jugendmannschaften seinen Mitgliederstand in 12 Jahren auf über 500 Mitglieder verdoppeln. Da wurde es schon mal eng in die Belegung der Sportanlagen. Neun Fußballmannschaften auf einem Rasenspielfeld und 100 Tennisspieler auf drei Tennisplätzen erforderten Erweiterungsmaßnahmen. Ex-Vorstand Hubert Schicker übernahm 1993 das neugeschaffene Amt des 3. Vorstands und verantwortete mit 2. Vorstand Mühlbauer den laufenden Betrieb und die Bestandsanlagen. So konnte sich Vorstand Harlander vorwiegend dem großen Strukturprojekt widmen. Nach erfolgreicher Grundstückssicherung durch die Stadt Dingolfing plante man die bestehenden Sportanlagen quasi zu verdoppeln. Die notwendige Erweiterung umfasste ein zweites Rasenspielfeld mit Flutlichtanlage, ein Kleinspielfeld, zwei weitere Tennisplätze, die Grundsanierung des Hauptspielfeldes mit Einbau einer Beregnungsanlage, eine neue Bandenwerbung, die Neugestaltung der Straßenseite und kleinere Umbauten am Sportheim. Die Investitionen unter der Federführung von Franz Harlander beliefen sich auf fast eine Million Mark. Der Eigenfinanzierungsanteil des FC konnte aufgrund des hohen Mitgliederstandes erreicht werden und das Vereinsförderprogramm der Stadt stützte das Vorhaben. Komplettiert wurde das Areal mit einer Schulsportanlage durch die Stadt Dingolfing. Stolz über das Erreichte konnten Harlander und Bürgermeister Erwin Rennschmid 1995 die Anlage seiner Bestimmung übergeben. Im Einweihungsspiel der Vorstandschaft des FC gegen eine Prominentenauswahl wechselte bei bester Stimmung Harlander in der Halbzeit die Seiten und verstärkte seine Stadtratskollegen.

Wuchsen auf sportlichem Gebiet die Bäume zwar noch nicht in den Himmel, so verbesserte sich mit zwei gelungenen Jubiläumsfeiern 1991 und 1996 nochmals der Zusammenhalt der Sparten und Generationen. Zur Tradition gewordene erlebnisreiche Vereinsausflüge, Saisonabschlussfeiern und das gemeinsam Erreichte ließen Freundschaften entstehen, die über das Vereinsleben hinausgingen. Hubert Schicker übernahm 1997 für zwei Jahre wieder den Vorsitz mit Georg Mühlbauer als Vize.

Die zwei Jahrzehnte in denen sich Hubert Schicker, Georg Mühlbauer und Franz Harlander in den Vorstandsämtern abwechselten waren geprägt von personeller Konstanz und hohem gegenseitigen Vertrauen. Zum engeren Kreis der Verantwortlichen gehörten über viele Jahre Alfred Heublein als Kassier, sowie Helmut Angerstorfer und Helmut Klostermeier als Spartenleiter Fußball und natürlich Hanni Wehner als Leiterin Damengymnastik Josef Erl als Leiter Tischtennis. Walter Meindl hatte spartenübergreifend verschiedene Funktionen. Der Verein konnte in allen Belangen weiter gefestigt werden, seine heutige Ausrichtung erreichen und die strukturellen Voraussetzungen für die großen Erfolge im 21. Jahrhundert schaffen. Doch dazu im nächsten Abschnitt der Vereinsgeschichte.