Jugendbildungsmaßnahme der Jugendabteilung des FC Teisbach

Isarflimmern – Unterwegs zum Ursprung unseres Heimatflusses im Karwendelgebirge“.

Dies war der Titel und Programm der Jugendbildungsmaßnahme der C2-Junioren Fußballmannschaft der SG FC Teisbach / Loiching zum Start in die Ferienzeit.

Bereits zum vierten mal unternahm die Jugendabteilung des FC Teisbach diesen dreitägigen, erlebnispädagogisch orientierten Ausflug ins Karwendelgebirge. Die Förderung als Jugend-bildungsmaßnahme durch die Bayerische Sportjugend im BLSV ermöglicht es dem Verein diese Maßnahme kostengünstig für die Teilnehmer durchzuführen. Auf diese Weise bietet der Verein den Jugendlichen ein Angebot, auch außerhalb des regulären Fußballspielbetriebs gemeinsam etwas zu unternehmen. Ziel ist es, sich besser kennenzulernen und damit die Sozialkompetenz der Kinder untereinander und den Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft zu fördern.

Durch die Exkursionen im Alpenpark Karwendel erleben die Kinder hautnah die Schönheit des alpinen Naturraumes und werden so für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur sensibilisiert. Dadurch wird ein praktischer Beitrag geleistet hinsichtlich Umweltbildung im Jugendbereich.

Dies war auch ein Grund, warum man eine klimaneutrale Anreise mit Bahn und Fahrrädern für den Ausflug wählte.

Noch etwas verschlafen, aber voller Vorfreude auf die gemeinsamen Tage, trafen sich die Jungs mit den beiden Betreuern der Jubi-Maßnahme, Kati Müller und Klaus Forstner, am ersten Ferientag in aller Früh am Bahnhof Dingolfing zur Anreise ins Karwendelgebirge.

Um die Bahnfahrt nach Mittenwald kurzweilig zu gestalten, wurde ein Bayernquiz gestartet. Die Teilnehmer mussten während der Anreise die auf einer Karte verdeckt markierten Städte, Flüsse,

Seen benennen, Fragen dazu beantworten und den Streckenverlauf der Reiseroute in die Karte einzeichnen.

Nach der Ankunft in Mittenwald ging es mit den Fahrrädern weiter auf dem Isarradweg flußaufwärts, Richtung Isarquellgebiet nach Scharnitz. Sichtlich beeindruckt zeigten sich die Kinder beim ersten Kontakt mit der Isar am Oberlauf aufgrund der herrlichen smaragdgrünen Farbe und des kristallklarem Wassers des Wildflusses. Bei bestem Sommerwetter kam man gegen Mittag im Hinterautal bei Scharnitz an und genoss, bei einem gemeinsam angerichteten Natur-Buffet am Fluß, eine ausgiebige Brotzeit und die herrliche Berglandschaft. Anschließend machte man sich bereit zum Aufstieg zur Pleisenhütte. Eigenständig, ausgestattet mit einer Wanderkarte, mussten die Jungs den Weg zur Hütte herausfinden. Nach anfänglichen leichten Orientierungsschwierig-keiten, qualifizierten sich einige Burschen zu verantwortungsvollen „Wanderführern“ und brachten die Gruppe, nach dreistündigem Aufstieg, sicher zur 1756m hochgelegenen Pleisenhütte. Für manch einen Teilnehmer war der lange Aufstieg mit Rucksack und bei sommerlichen Temperaturen ungewohnt und herausfordernd. Umso mehr genossen alle die kühle Erfrischung mit Skiwasser bei Ankunft auf der Hütte. Nach einer kurzen Einführung zum schonenden Umgang mit Ressourcen auf der Hütte, einigen Verhaltensregeln und dem Bezug der Matratzenlager war man gerüstet für die leckeren „Kasspatzen“ zum Abendessen. Nach Auflösung des Bayernquiz und einer Reflexion des vergangenen Tages, suchten die Kinder freiwillig bald die Schlaflager auf, da alle ziemlich geschafft waren von den Anstrengungen des Tages.

Am nächsten Morgen stand nach einem reichhaltigen Frühstück die Exkursion zur Vorderkarhöhle an. Diese Höhle wurde vom ehemaligen Hüttenwirt und Bergführer, Anton Gaugg, vor ca. 70 Jahren entdeckt und dient heute noch als Wasserspeicher für die Trinkwasserversorgung der Hütte. Darüber hinaus fand der „Pleisen-Toni“ in der Höhle ein Skelett eines Elchkalbes, dessen Alter nach Untersuchungen auf 2000 Jahren datiert wurde. Mit diesen Informationen und einigen Mythen über „Höhlengeister“ versorgt, machte sich die Gruppe auf den Weg zur Höhle. Etwas mulmig war es einigen schon zumute, als sie die schmale Felsspalte mit der acht Meter langen Metalleiter, die in den Höhlenvorraum in die Tiefe führt, begutachteten. Nacheinander wurde über die Leiter in die Höhle eingestiegen und nun standen die Teilnehmer vor der eigentlichen Herausforderung. Ein enger Durchschlupf führte in den dunklen Hauptteil der Höhle. Schnell war für die meisten klar, dass auch dieser Teil erforscht werden sollte. Zwei Gruppen begaben sich, mit Fackeln ausgestattet, über den Durchschlupf in den hinteren Höhlenteil und konnten so den alten Flugzeugtank begutachten, der als Auffangbecken für das Wasser dient. Sichtlich beeindruckt und mit einer gewissen Erleichterung, das Abenteuer gemeistert zu haben, wurde die Höhle wieder verlassen.

Nach einer kurzen Stärkung und einem regen Informationsaustausch über die Eindrücke in der Höhle, führte die Bergwanderung weiter ins Mitterkar. Auf dem Weg gab es viele Informationen zu Fauna und Flora des Alpenparks Karwendel und so manches Kind konnte das erste mal Gämsen in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten. Nach einem kurzen weglosen Aufstieg, kam die Gruppe am Mittagsrastplatz an und verbrachte die Zeit mit Brotzeit machen, Tierbeobachtungen und „Land-Art“. Nach dem Abstieg am Nachmittag zur Hütte standen, nach einer Stärkung mit „Brettljause“ noch zwei Kooperationsspiele an, die den Teamgedanken begreifbar machten und von den Jungs gut gemeinsam gelöst wurden. Nach dem köstlichen Abendessen stand ein gemeinsam gestalteter Hüttenabend auf dem Programm. Die Kids überlegten sich in Kleingruppen einzelne, lustige Programmpunkte und präsentierten diese dem „Hüttenpublikum“. Von Pantomime über Witze bis zum Schlagerstar war alles vertreten und sorgte für Belustigung des gesamten Teams.

Nachdem in einzelnen Gesprächen der erlebnisreiche Tag nochmals Revue passierte und unzählige offene Fragen der Kinder beantwortet waren, kehrte langsam Hüttenruhe ein und alle verzogen sich ins Schlaflager zur Nachtruhe.

Über Nacht kam die angekündigte Kaltfront mit Regen und Temperaturen von nur noch 5 Grad. Somit wurde der Abstieg ins Tal am Sonntag Morgen, gut ausgestattet mit Regenbekleidung, in Angriff genommen. Da kein Ende des Regens in Sicht war, wurde beschlossen das Karwendel Informationszentrum in Scharnitz zu besuchen. Dort gab es nochmal viele interessante Infos zum Isarquellgebiet und der erkundeten Vorderkarhöhle. Auch das originale Elchskelett aus der Höhle war in einer Vitrine ausgestellt, welches wieder Diskussionen zur durchgeführten Höhlenexkursion unter den Kindern entfachte. Eine kurze Regenpause nutze die die Gruppe, um mit den Rädern zurück zum Bahnhof nach Mittenwald zu radeln. Nach einer kurzen Stärkung wurde am späten Nachmittag die Rückreise mit der Bahn nach Dingolfing angetreten. Um die zahlreichen Erlebnisse und Erfahrungen der letzten Tage im Gedächtnis zu behalten, beschloss man dies in einem persönlichen „Brief an sich selbst“ festzuhalten. Nachdem dieser geschrieben, adressiert, in einem Kuvert verschlossen und eingesammelt wurde, wird dieser Brief den einzelnen Teilnehmern zum Schulbeginn in sechs Wochen per Post zugestellt. Somit sollen die Eindrücke dieses erlebnisreichen Wochenendes auch in ein paar Wochen noch positiv nachwirken und verankert werden. Nach einer entspannten Zugfahrt kamen am Sonntag Abend alle gesund, müde und zufrieden in Dingolfing an. Am Bahnhof warteten bereits die Eltern der Kinder, die diese in Empfang nahmen. In einer kurzen Abschlussrunde wurde nochmals klar, dass die Jugendbildungsmaßnahme ein voller Erfolg war und bei den Jungs einen tiefen Eindruck hinterlassen hat.

Alle waren sich einig: „ Richtige Abenteuer erlebt man nur OFFLINE!“

Bild 1: Start der Radlfahrt von Mittenwald nach Scharnitz

Bild 2: Mittagspause am Natur-Buffet im Hinterautal

Bild 3: Exkursion in der Vorderkarhöhle

Bild 4: „Land – Art“ im Mitterkar