Seit vier Jahrzehnten – nicht nur Fußball

Die teilnehmenden Kinder an der Tennis-Vereinsmeisterschaft 2019 freuen sich über Medaillen und Urkunden.

Serie „100 Jahre FC Teisbach e. V.“

Sechster Teil der Vereinsgeschichte zum 100-jährigen Bestehen des Fußballclubs Teisbach

Teisbach. Wurden 1980 mit der Fertigstellung der Mehrzweckhalle am Schulgelände durch die Stadt Dingolfing die Voraussetzung für Hallensportarten geschaffen, so gründeten sich noch im selben Jahr die Sparten Damengymnastik und Tischtennis unter dem Dach des FC Teisbach.

Gymnastik

Die Teilnehmerinnen am Aerobic-Training in voller Aktion

Die Sportlehrerinnen Margit Heublein und Brigitte Hofmeier waren die ersten Leiterinnen der Turnstunden, die sich gleich großem Zuspruch erfreuten. Waren doch damals Fitness-Center in unserem Raum noch die absolute Ausnahme und vereinssportliche Angebote für Frauen und Mädchen gar nicht so häufig. Hanni Wehner, die 1981 die Spartenleitung übernahm, sollte dieses Amt über 30 Jahre ausüben. Nicht nur die Verbesserung von Ausdauer und Beweglichkeit war das Ziel der Gemeinschaft, sondern auch der soziale Kontakt und gesellige Treffen. So hatten die Teilnehmerinnen nichts dagegen, wenn im Sommer einmal die Turnstunde ausfiel, zugunsten einer Radltour in einen Biergarten. Auch beim Jahresausflug nahmen viele Frauen teil. Je nach Nachfrage waren auch das Mutter-Kind-Turnen und das Kinderturnen im sportlichen Angebot. Seit 40 Jahren treffen sich also Frauen jeden Alters am Mittwochabend zur Förderung und Erhalt der gewünschten Körpereigenschaften und der Gesundheit.

Seit einigen Jahren betreuen die ausgebildeten Trainerinnen Manuela Steinberger-Meißner und Annette Wimbauer unter Anwendung sportwissenschaftlicher Erkenntnisse die beiden derzeit aktiven Gruppen. Im abwechslungsreichen Angebot stehen nicht nur das Training von Ausdauer, Beweglichkeit und Kraft. Der ganzheitliche Ansatz beinhaltet auch Übungen zur Verbesserung des Gleichgewichts, der Rücken- und Tiefenmuskulatur und der Koordination. So setzt Annette Wimbauer im Frauenturnen den Schwerpunkt auf Faszien in Bewegung und die Rückengymnastik. Abwechslungsreich kommen bei flotter Musik auch Kleingeräte wie Ball und Turnstab zum Einsatz. Bei Manuela Steinberger-Meißner stehen im 90-mimütigen Aerobic-Training im wöchentlichen Wechsel Übungen aus den Gebieten Yoga, Steppaerobic und Schritt-Choreographie im Vordergrund.

Die Termine sind nach wie vor mittwochs um 17.00 Uhr Aerobic und um 18.30 Frauenturnen. Hier lernt man auch Leute kennen, Freundschaften entstehen oder werden vertieft. Denn in beiden Gruppen fehlt auch nicht das gesellschaftliche Element wie Weihnachtsessen und ein Abend im Biergarten vor der Sommerpause.

Tischtennis

Die Gründungsmitglieder der Sparte Tischtennis

Auf eine 40 Jahre lange Erfolgsgeschichte kann diese Sparte zurückblicken.

Alles begann mit dem Bau der Mehrzweckhalle in Teisbach. Während man sich davor nur im privaten Bereich traf und im Garten oder auch mal in einem Stadel dem Hobby nachging, gab es durch die Halle plötzlich die Möglichkeit, in einem professionellen Umfeld, unabhängig von Wind und Wetter, spielen zu können.

Im September 1981 ergriffen Josef Erl und Franz Meier die Initiative und liehen sich von tischtennisbegeisterten Teisbachern den Winter über deren Spieltische aus und transportierten sie in die Halle. Für einen Unkostenbeitrag von 2,- DM pro Spielabend schaffte man sich ein finanzielles Polster, mit dem die ersten Turnier-Tische angeschafft wurden. Schnell waren bis zu 20 Spielern regelmäßig im Training und so wuchs der Wunsch, mit einer Mannschaft an einer Punkterunde teilzunehmen. Erstmals in der Saison 1983/1984 traten Erich Kraus, Josef Erl, Walter Meindl, Max Hofmeier, Ludwig Holzner, Gerhard Ehler, Andreas, Sperka, Johann Gabler, Franz Meier, Heinz Ehler und Rudolf Bartel im Punktspielbetrieb des Bayerischen Tischtennis-Verbands an. Dies war die offizielle Geburtsstunde der Tischtennis-Abteilung des FC Teisbach. Bereits in der ersten Saison schaffte man den Aufstieg von der untersten Liga in die 3. Kreisklasse. In der zweiten Saison folgte die Anmeldung einer weiteren Herrenmannschaft, da die Abteilung stetig Zulauf hatte. Im Herbst 1984 konnte mit „Bimbo“ Stetter ein hochklassiger und erfahrener Spieler vom TV Dingolfing als Trainer und Spieler der 1. Herrenmannschaft gewonnen werden. Sein Können und seine Erfahrung trugen auch in der Jugendarbeit bald Früchte. Schon nach einem weiteren Jahr nahmen zwei Jungen-Mannschaften und eine Mädchen-Mannschaft am Punktspielbetrieb teil. Aufgrund der sportlichen und auch gesellschaftlichen Aktivitäten (Vereinsausflug, Grillfest, Freundschaftsspiele, Weihnachtsfeier) wuchs die Sparte in nur drei Jahren auf ca. 50 Mitglieder an. Und auch das sportliche Niveau wurde höher, ab dem Jahr 1987 war man in der höchsten Liga des Kreises vertreten, doch der Aufstieg in die Bezirksliga wollte einfach nicht gelingen. Den Durchbruch brachte dann das Jahr 1993: dem Spartenleiter Josef Erl gelang ein richtiger Coup, denn mit Andreas Bachmaier kam die Nummer eins aus Reisbach zu den Teisbachern, und aus Mamming gesellten sich deren Nummer eins und zwei, Josef Deiler und Wolfgang Lößner dazu. Trotz der sehr guten Mannschaft musste man noch ein Jahr warten bis 1993 endlich der ersehnte Aufstieg in die Bezirksliga gelang. Und so zog der sportliche Erfolg in den 90er Jahren dann auch viele neue Spieler von anderen Vereinen an, aber auch aus der eigenen Jugend rückten Talente nach.

Neben den vielen sportlichen Erfolgen kam auch der gesellschaftliche Aspekt nicht zu kurz. Der Integrationsfigur Josef Erl war und ist es zu verdanken, dass man in Teisbach nie einfach nur Tischtennisspieler verpflichtete, sondern dass daraus langjährige Freundschaften entstanden und die Bindung der Spieler weit über das gemeinsame Hobby hinausgeht. Und was die Tischtennisspieler auch immer sehr gut verstanden – gerade in den stürmischen Anfangsjahren – war, die Erfolge auch gebührend zu feiern. Anfangs noch bei der „Huberbräu-Oma“, danach in den Gasthäusern Bachmeier und Geislinger floss am späten Abend die eine oder andere Goaßmaß in die durstigen Kehlen der Spieler. Und für den Hunger danach gab es in den Morgenstunden dann öfters frische Weißwürste aus dem Wurstkessel der Metzgerei Erl zusammen mit backfrischen Brezen vom Nachbarn, der Bäckerei Heidobler. Damit überzeugte man dann wechselwillige Spieler endgültig, dass der FC Teisbach halt doch der beste Verein ist.

1997 nahmen erstmals vier Herrenmannschaften und zwei Jungenmannschaften am Spielbetrieb teil. Die kontinuierliche Jugendarbeit seit Gründung der Sparte zahlte sich jetzt aus. 2003 errangen die Jungs sogar die Bayerische Vizemeisterschaft und mit ihrer Integration in die Herrenmannschaften konnten hier fünf Mannschaften gemeldet werden.

Mit diesen Toptalenten spielte man dann eine der erfolgreichsten Saisonen der Vereinsgeschichte: In der Saison 2005/2006 waren sage und schreibe drei Herrenmannschaften in den Bezirksligen vertreten, das war einzigartig im ganzen Landkreis. Eine kleine sportliche Delle erhielt der Höhenflug der Sparte im Folgejahr, als gleichzeitig fünf Spieler dem Ruf von höher klassigeren Vereinen aus dem Spielkreis Landshut folgten. Doch genau hier zeigte sich einmal mehr die Größe und Charakterstärke der Vereinsführung. Es gab kein böses Wort für die Abgänge, im Gegenteil, man freute sich, solche Talente in den eigenen Reihen gehabt zu haben und ließ auch in den folgenden Jahren den Kontakt nie abreißen. Die Tür blieb immer offen und in der Saison 2010/2011 war es dann soweit. Die „verlorenen Söhne“ kehrten zurück: Felix Wölbl, Joseph Sommer und Martin Eckart erinnerten sich an die schönen Zeiten in Teisbach und schlüpften wieder in das Teisbacher Dress. Damit wuchs die Hoffnung, dass die erste Mannschaft, die mittlerweile in die 1. Bezirksliga aufgestiegen war, es nun vielleicht sogar bis in die Landesliga schaffen könnte. Allerdings dauerte es noch zwei Jahre, bis es endlich im Jahr 2013 soweit war. Seit dieser Zeit steht das Teisbacher Tischtennis für Spitzensport. Kein Verein im Landkreis ist in einer höheren Liga vertreten. Das wird auch von den treuen Zuschauern honoriert.

All das aber wäre nicht möglich ohne die Menschen, die neben dem aktiven Spielbetrieb wichtige Funktionen im Verein übernommen haben. Allen voran Josef Erl, erster und einziger Spartenleiter seit Gründung der Tischtennisabteilung. Er ist unermüdlich für seine Abteilung da und spielte jahrzehntelang erfolgreich in der ersten Mannschaft. Bis heute ist er noch aktiv im sportlichen Einsatz. Und nicht zuletzt die vielen anderen Funktionsträger: Gerhard Ehler, der in den frühen Jahren Jugendleiter war. Ihm folgte 1994 Josef Deiler, der zugleich Kassenwart und Chronist ist. Der zweite Vorstand und Pressewart Andreas Sperka, der über die Erfolge berichtet und die fünf Mannschaftsführer Joseph Sommer, Patrick Kadur, Andreas Sperka, Gerhard Ehler und Georg Ingerl. Außerdem stehen der Abteilung sechs geprüfte C-Trainer zur Verfügung.

Tennis

In den Jahren 1981/82, also noch ein paar Jahre bevor Boris Becker mit seinem Wimbledon-Sieg einen deutschlandweiten Tennis-Boom auslöste, konkretisierte sich in Teisbach die Idee, diesen damals noch eher elitären Sport der Allgemeinheit anzubieten. Der damalige 1. Vorstand Hubert Schicker entwickelte diese Gedanken weiter und trieb die Planungen gemeinsam mit seinem Nachbarn, Johann Greß, der dann auch der erste Spartenleiter werden sollte, voran. Und so fanden sich im November 1982 insgesamt 31 Personen im Vereinslokal Bachmeier zur Gründungsversammlung dieser Sparte ein. In den folgenden Monaten wuchs die Zahl der Mitglieder auf über achtzig an und die Planungen für den Bau zweier Tennisplätze liefen auf Hochtouren. Bis zur Einweihung 1985 lag aber noch viel Detailarbeit – allen voran, eine solide Finanzierung auf die Beine zu stellen. Neben den öffentlichen Zuschüssen wurde ein Konzept erarbeitet, in dem die Mitglieder durch Gründungsspenden und der Erbringung bestimmter Stunden Eigenleistung beitrugen. Die Anzahl der Tennisbegeisterten in Teisbach wuchs kontinuierlich an. Die Erweiterung der Anlage um einen dritten Platz war nur eine Frage der Zeit und wurde Ende der 1980er Jahre dann auch umgesetzt.

Bewusst verzichtete man auf das Anwerben auswärtiger Tennisstars. So blieb der Schwerpunkt der Vereinsarbeit immer auf Angebote für den individuellen Freizeitsport und die Geselligkeit, nicht auf der Jagd nach Titel und Aufstiege. Dennoch blieben die Mannschaften der Damen und Herren, sowie der Jugend, der Herren 40 und der Herren 50 sportlich nicht ohne Erfolge. Einige Aufstiege und Meisterschaften konnten gefeiert werden.

Im Zuge der Erweiterung der Sportanlagen entstanden 1995 bei steigender Mitgliederzahl unter Spartenleiter Gerhard Rauscher die Tennisplätze 4 und 5.

In den 2000er Jahren wurde es stiller um nationale Tennisidole. So rückte der Tennissport etwas aus der medialen Berichterstattung und das Interesse flaute landesweit ab. Leider waren mehrere unterschiedliche Versuche, wieder mehr, vor allem Jüngere, für diesen Sport zu begeistern, nicht von Erfolg gekrönt.

Umso erfreulicher ist es daher, dass man unter der Leitung von Abteilungsleiter Rudi Einhellig und dem unermüdlichen Jugend- und Sportwart Thomas Leißl, seit rund drei Jahren das „Ruder wieder rumreißen konnte“. Mit Schnuppertrainings an der Grundschule Teisbach und Intensivtrainingswochen sowie den mittlerweile beliebten Vereinsmeisterschaften für die Kinder, konnten seitdem rund 40 Jungen und Mädchen als neue Mitglieder gewonnen werden. Teilweise fanden auch deren Eltern wieder die Lust am Tennissport.

Neben den vier Kindermannschaften sind aktuell zwei Herrenmannschaften und eine Herren 55 in der Medenrunde im Ligabetrieb. Gleichrangig hierzu steht der gesellschaftliche Aspekt mit Freundschaftsspielen gegen Nachbarvereine und mit dem über Jahre befreundeten TuS Schnaittenbach aus der Oberpfalz. Auch vereinsinterne Doppel- und Mixed-Turniere haben das Vereinsleben wieder in Schwung gebracht und gestärkt.

Zwischenzeitlich konnte man trotz einiger Austritte 92 neue Mitglieder hinzugewinnen, sodass die gut gepflegte Anlage derzeit über 160 Mitgliedern offen steht.

Der nächste Teil der Vereinschronik des FC Teisbach beleuchtet die Jugendarbeit über alle Sparten in der 100-jährigen Geschichte seit seiner Gründung. Schließlich garantieren die derzeit knapp 200 Kinder und Jugendlichen die Zukunft des Vereins in einem harmonischen Miteinander aller Sportarten.