FC Teisbach ringt vor 600 Zuschauern Tabellenführer nieder

Beide Teams lieferten den zahlreichen Fans ein spannendes Derby

Gäste verdienen sich knappen 1:0-Auswärtssieg beim FC Dingolfing – FCD scheitert zweimal am Pfosten

Es war alles angerichtet für den FC Dingolfing! Fast 600 Zuschauer strömten bei strahlender Sonne in das Isar-Wald-Stadion. Mit einem Sieg zum Rückrundenauftakt wollte man auf Seiten der Gastgeber ein Ausrufezeichen im Aufstiegskampf setzen und gleichzeitig Wiedergutmachung bei den Anhängern leisten für die bisher einzige Niederlage der Saison beim FC Teisbach. Eine ganz starke Vorbereitung mit deutlichen Triumphen stimmte das FCD-Umfeld optimistisch. Doch leider verpassten es der Tabellenführer sich zu revanchieren, denn erneut rang der Lokalrivale den Favoriten nieder und siegte verdient mit 0:1. Trotz zweier Pfostenschüsse bot der FCD als Bezirksligaanwärter zu wenig.
Die Gäste wurden von ihrem Coach Ernst Flack erneut hervorragend auf die Dingolfinger eingestellt. Der FCT zeigte eindrucksvoll wie man mit den Grundtugenden wie Laufbereitschaft, Teamgeist und Willen zum Erfolg kommt. Mit einem sehr mannorientiertem Abwehrverhalten hemmte man das Passspiel des FCD, dass in der Vorbereitung noch zu den großen Trümpfen des Tabellenführers zählte. Dadurch konnte der Gastgeber seine Mittelfeldachse über die komplette erste Halbzeit nur schwer in den Spielaufbau einbinden.
Folglich gehörten die Anfangsminuten den Vorstädtern, die bereits nach gut zehn Minuten die erste dicke Möglichkeit zu verzeichnen hatten. FCD-Keeper Julian Schwägerl konnte den Ball jedoch artistisch über die Latte lenken.
Nach einer guten Viertelstunde legte die Heimelf die Anfangsnervosität ab und akklimatisierte sich etwas in einer hitzigen Derbyatmosphäre. Nach wie vor fand man aber nicht zum sonst so flüssigen Kombinationsspiel. Immer wieder liefen die Teisbacher Angreifer geschickt an und zwangen den FCD zu hohen Bällen, wo das Auswärtsteam jedoch die Lufthoheit errang. Trotz der zerfahrenen Spielweise kam die Heimelf zu Torchancen und diese hatten es auch in sich. Zuerst versuchte sich Sturmführer Heino Corintan bei einem Freistoß. Sein gefühlvoller Schlenzer über die Mauer sprang an den Innenpfosten und von dort sehr zum Ärgernis der FCD-Anhänger wieder heraus. Kurz darauf zeigte Keeper Michael Schwimmbeck eine starke Fußabwehr gegen Ralph Bischoff. Nach Bischoffs Vorarbeit scheiterte Ben Sußbauer mit einer Direktabnahme ebenfalls am Aluminium. Auch Spielmacher Manuel Wimmer verpasste die Führung mit einem gefühlvollen Heber nur knapp. Viel Pech für den FCD in dieser Phase des Spiels!
Aber auch Teisbach blieb gefährlich. Immer wieder konnte man bei schnellen Vorstößen nach Ballgewinn Sturmtank Franz Gruber in Szene setzen. Der Mittelstürmer konnte sich das ein ums andere Mal geschickt behaupten und die nachrückenden Mittelfeldspieler bedienen. Zumeist war aber beim sicheren FCD-Kapitän und Abwehrchef Büchner Endstation.
Großer Jubel herrschte bei den vielen Gästefans dann in der 37. Spielminute! Jonas Schreiner schritt zum Freistoß und zirkelte das runde Leder mustergültig und unhaltbar ins Kreuzeck. Ein Treffer Marke Traumtor!
Kurz vor dem Pausenpfiff hätte Gruber sogar auf 2:0 erhöhen können, jedoch striff sein Schuss nur haarscharf am langen Eck vorbei.
Das Dingolfinger Trainergespann wechselte zur Halbzeit gleich zwei Mal und brachte die beiden Offensivkräfte Burim Sadriu und Stephan Liefke. Beide belebten das Dingolfinger Angriffsspiel spürbar. Winterneuzugang Sadriu zwang Schwimmbeck gleich zu einer Glanzparade. Die anschließende Ecke wurde aber wie die meisten FCD-Standards zu harmlos getreten.
Die Gastgeber waren nun klar spielbestimmend, vor allem Liefke sorgte auf dem rechten Flügel für ordentlich Wirbel. Gleich zweimal konnte sich der Flügelflitzer stark durchsetzen, jedoch war erneut Schwimmbeck zur Stelle bzw. verpasste der Ball das Gehäuse. Auch die linke Offensivseite um die erneut auffälligen Simon Käufl und Onur Ünce machte mächtig Betrieb, jedoch fanden ihre Flanken keine Abnehmer. Bezeichnend hierfür ein Flankenlauf von Liefke an dessen Ende seine Hereingabe vom Fünfereck vorbei an Freund und Feind durch den Sechzehner rollte. Der FCD war trotz Überlegenheit im Sechzehner einfach nicht zwingend genug! Anders die Gäste, die immer wieder gefährliche Konter setzen konnten. Das Spiel blieb weiter spannend. Die Dingolfinger hatten in der 77. Spielminute bereits den Torschrei auf den Lippen. Corintan kam im Strafraum frei zum Schuss, jedoch schmiss sich der agile Papa Kone in den Ball und klärte kurz vor der Torlinie. Sinnbildlich für einen beherzten Auftritt der Teisbacher Truppe!
Umso näher das Spielende rückte, desto mehr holte der FCD die Brechstange heraus und feuerte Ball um Ball in Richtung des Teisbacher Strafraums. Jedoch fand man kein Durchkommen gegen die vielbeinige Abwehr um das sichere Innenverteidiger Duo Tobias Schlecht und Daniel Vielhuber. Die Gäste blieben sich ihrer Linie treu und suchten mit weiten Zuspielen Sturmführer Gruber, der sich trotz einer sehr unglücklichen gelb-roten Karte kurz vor Spielende ein Sonderlob verdiente. Auch in den wenigen Minuten der Überzahl konnte man sich keine ernsthafte Chance mehr erspielen. Beinahe hätten die Teisbacher auf 2:0 gestellt, doch Kone und der eingewechselte Marcel Heinisch setzten die Konter knapp neben das Tor.
Ein Unentschieden wäre zwar aufgrund der zwei Pfostenschüsse sowie des überlegenen zweiten Durchgangs gerecht gewesen, insgesamt zeigte der FCD aber zu wenig um seine Meisterschaftsansprüche zu untermauern. Der Auswärtssieg des FCT geht wegen ihrer beeindruckend-geschlossenen Mannschaftsleistung in Ordnung, wo sie zeigten wie man mit klassischen Mitteln Spiele in der Kreisliga gewinnt. Dadurch siegt der Vorstadtverein auch im zweiten Derby und versetzte dem FCD zwei harte Tiefschläge im Aufstiegsrennen.

Aufstellung FCD: Schwägerl – Bajraktari, Johann (ab 46. Minute Sadriu), Büchner (C), Käufl (ab. 85 Allmeier), – Aytac, Sußbauer, Wimmer – Ünce, Corintan, Bischoff (ab 46. Liefke)
Aufstellung FCT: Schwimmbeck – Hochleitner, Schlecht, Vielhuber, Winzinger (ab 74. Sigl) – Krol, Viehbeck, Derek, Kone, Schreiner (ab 64. Heinisch) – Gruber (C)
Gelbe Karten: Bajraktari, Johann, Ünce – Schlecht, Kone, Derek, Heinisch
Gelb-rote Karten: Gruber (90.)
Tor: 0:1 Schreiner (direkter Freistoß, 37.)
SR: Dominik Diaz RSV Ittling mit Assistenten Simon Huber und Harald Kanneder